Wie die Erweiterte Realschule Neunkirchen-Wellesweiler
zur
“Alex-Deutsch-Schule” wurde

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erschien es aus vielen unterschiedlichen Gründen sinnvoll, dass sich Schulen ein bestimmtes, unverwechselbares Profil zulegen. In einer Zeit, an der auch an unserer Schule zunehmend mehr Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund unterrichtet werden, ergab sich die Notwendigkeit dafür zu sorgen, dass diese neue, kulturell und religiös reicher gewordene Schulgemeinschaft dauerhaft friedfertig zusammenlebt und zusammenwächst, denn: „Friedfertigkeit, Toleranz und Vertrauen sind die Grundlagen eines jeden guten Zusammenlebens. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Menschen, die hier (mit uns und unter uns) leben, sich vor Diskriminierung, Beleidigung, Bedrohung und Gewalt sicher fühlen können. Menschen müssen bei uns ohne jede Angst verschieden sein dürfen“ (Manfred Plaetrich, Staatskanzlei des Saarlandes, 2000).

Genau diese Vorstellung vertrat der am 7. August 1913 in Berlin geborene, seit 1978 in Neunkirchen-Wiebelskirchen wohnende und am 9. Februar 2011 in Wiebelskirchen verstorbene  Auschwitz-Überlebende Alex Deutsch.

 

Alex Deutsch mit seiner Frau Doris
(Foto aufgenommen am 25.11.06)

Er hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, als Zeitzeuge Jugendlichen in Schulen und Jugendgruppen von seinem Schicksal als deutscher Jude während der Zeit des Nationalsozialismus zu erzählen. Dabei ging es ihm nie um kollektive Schuldzuweisungen, sondern um eine glaubwürdige Weitergabe seiner Botschaft für mehr Mitmenschlichkeit und Toleranz. Bis zu seinem Lebensende im Alter von siebenundneunzig Jahren  gelang es ihm immer wieder, insbesondere junge Menschen durch Erzählungen und Informationen anzurühren. Gerade wegen seiner schlimmen Erfahrungen und Erlebnisse wird seine Bitte verstanden, wenn er mit den Worten des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker sagt:

         „Lasst euch nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen!
          Lernt, miteinander zu leben und nicht gegeneinander!“

Alex Deutsch war auch in unserer Schule ein stets gern gesehener und von Jung und Alt geachteter Gast. Er war somit genau das richtige Vorbild im Hinblick auf die vorgenannten Erziehungsziele. Und so fasste der ehemalige Schulleiter Max Rosar Mitte der neunziger Jahre den Vorsatz, die Schule mit seinem Namen zu verbinden. In einem mehrere Jahre dauernden Prozess wurden Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft mit dem künftigen Namenspatron vertraut gemacht. Sowohl das Ministerium für Bildung und Kultur als auch insbesondere der Landkreis Neunkirchen als Schulträger begrüßten die vorgesehene Namensgebung.
Alex Deutsch selbst war ebenfalls bereit, sich mit unserer Schule zu verbinden und so wurde am Freitag, 7. September 2001, unter großer Anteilnahme der regionalen Öffentlichkeit in einer Feierstunde unsere Schule zur Alex-Deutsch-Schule umbenannt. Eine Schülerin der achten Klasse kommentierte unmittelbar danach diese Namensgebung mit den Worten:

         „Für mich haben Versöhnung und Toleranz ein Gesicht erhalten:                                  
          Alex Deutsch.“

Text: Förderverein der Alex-Deutsch-Schule

Für unseren Namensgeber Alex Deutsch hat die Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage AG zum Denktag am 26 Januar 2017 in Berlin sein Leben und Wirken in einigen Hompageseiten festgehalten: Das Leben von Alex Deutsch!

Weiter Informationen über Alex Deutsch und sein Wirken finden Sie auf der Internetseite der Alex-Deutsch-Stiftung: www.alex-deutsch-stiftung.de und auf www.alex-deutsch.de oder www.alex-deutsch.com.